Eines vorneweg: der Heimsieg geht in Ordnung. Er ist hart erkämpft worden und eine Entschädigung für die Spiele in denen der HSV gut aussah, aber unglücklich Punkte verloren hat (I am looking at you, Hoppelkirchen und Frankfurt).
Es war auch zur Abwechslung mal wieder ordentlich laut im Stadion, wenn auch nur bedingt um Support zu leisten. Woran das allerdings lag, muß ich wohl kaum ausformulieren,die Gründe sind bekannt. Ob man damit allerdings den Spielern einen gefallen getan hat, weiß ich nicht. Die erste Halbzeit war nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf dem Rasen sehr aggressiv – von beiden Seiten. Nur einer etwas besonneren geführten zweiten Halbzeit ist es wohl zu verdanken, das die Begegnung mit je 11 Spielern abgepfiffen wurde. Allerdings hätte es meiner Meinung nach zwingend gelb-rot für Spahic geben müssen, der Lasogga, der sonst frei auf das Tor gelaufen wäre, kurz hinter der Mittellinie mit einem klaren taktischen Foul stoppte.
Davon ab hat es die Werkself nicht geschafft ihr beeindruckendes überfallartiges Offensivspiel aufzuziehen, daß sie in den bisherigen Saisonspielen gezeigt haben. Es war eine enorm hohe taktische Disziplin beim Gastgeber, bei dem Westermann und Djorou eine überragende Leistung gezeigt haben. Insbesondere der Schweizer hat gefühlt jeden Kopfball gewonnen; auch deshalb ging das Spiel ohne Gegentor aus. Generell war es eine Partie die an Torszenen arm war, die einzige richtige Torchance der Leverkusener war der Pfostenschuß in der Nachspielzeit, der zugegebenermaßen schön herausgespielt war.
Bei so viel Lob, nun zum negativen: ich fand es erbärmlich die Mannschaft zum Hinsetzen aufzufordern, doch anstand sie zu feiern und ihr wohlverdienten Applaus zuspenden, lieber noch mal Hakan zu beleidigen und anschließend den nicht anwesenden Stadtteil. Das kann man meinetwegen während der Partie machen (und das kam ja auch reichlich vor), aber so ist das nicht in Ordnung; das ist Fremdschämen pur und man sah es aus der Ferne, das es Teilen des Teams unangenehm war. Das hat das Team nach dieser tollen Leistung in einem nicht einfachem Spiel einfach nicht verdient.
Peinlich waren auch mal wieder Völler und Roger Schmidt, die wie bei knappen Niederlagen der Werkself üblich die Schuld beim grundsätzlich guten Schiedsrichter-Team suchten. Es war von einer “Treibjagd” auf Hakan die Rede. Dies klingt so, als hätten die Spieler des HSV grundsätzlich übel nach ihm getreten. Dies war nicht der Fall und das einzige richtige Foul an ihm wurde zurecht mit Gelb bestraft. Das im Gegenzug die Leverkusener ebenfalls hart zur Sache gingen und zwei Mal Auslöser einer Rudelbildung waren wurde mal kurz unter den Tisch gekehrt. Wenn man es nicht schafft sich Chancen zu erarbeiten, dann hat nicht der Schiedsrichter Schuld. Punkt.
Bezüglich Hakan verweise ich auf Tanja, deren Meinung ich hier in ziemlich genau denselben Worten wiedergeben würde. Auch ich habe mich nicht an den Pfiffen und Schmähungen beteiligt; ich finde diese ganze Häme mittlerweile sehr ermüdend. Mir ist die Unterstützung des Teams wichtiger als permanenter Anti-Support.
Nächste Woche geht es zu den aktuell saustarken Golfsburger, dann kommt die Stinkeweser nach Hamburg. Das wird dann zumindest auf den Rängen die nächste hitzige Partie.
