Heimspiel gegen Frankfurt: verlorene Punkte

Was soll ich schon großartiges über dieses Spiel schreiben, was ich nicht schon in anderen Artikeln geschrieben habe? Ich bin mir sicher, ich könnte mir fast wahllos drei Blogeinträge der letzten Saison raussuchen und einfach den einen oder anderen Absatz kopieren, hier reinflanschen und ich hätte eine akkurate Beschreibung dessen, was ich gestern am Spätnachmittag Zeuge war.

Naja, vielleicht ist das jetzt eine etwas überdramatisierte Spitze, aber im Kern trifft es schon zu. Genauso wie die alte Binse mit dem Exkrement an der Fußbekleidung. Frankfurt präsentierte sich desolat und bekam spielerisch gar nichts auf die Reihe. Der HSV mit dem schon in Gladbach gesehenen Tempo in der Anfangsphase und dem Bemühen schnell viel Druck zu machen. Allerdings bekam der Gegner irgendwie immer noch ein Bein bzw. seinen Körper dazwischen.

Die Frankfurter bettelten eigentlich um ein Tor, ihre Abwehr präsentierte sich als wilder Hühnerhaufen. Wie man mit so einer Abwehr besser umgeht und Tore erzielt, zeigten dann die Hessen mit ihrem ersten Angriff bei dem sowohl Cleber als auch Djourou den Ball für den besser stehenden Hintermann durchließen als sei es der HSV der gerade stürmte, so das es mit 0:1 aus dem Nichts in die Pause ging. Es spricht aber auch sehr für das Unvermögen der Eintracht, daß sie nicht schon viel eher Chancen generiert haben, denn so richtig sicher war die Defensive nicht.

Warum ein paar Vollpfosten meinten an dieser Stelle pfeifen zu müssen werde ich nie verstehen, aber hinter mir wurde auch lieber über Musik geredet als in Ruhe das Spiel zu gucken. Wenn ihr euch unterhalten wollt geht bitte nicht ins Stadion, sondern bleibt zuhause auf dem Sofa!

Apropos Cleber: der schien mir ein wenig übermotiviert. Diekmeier blieb auf der Bank dafür rückte Westermann auf rechts und der Brasilianer kam zu seinem zweiten Einsatz von Beginn an. Nur ist HW4 leider kein rechter Verteidiger und Cleber wirkte in der Innenverteidgung sehr nervös und fahrig. Für jede gute Aktion folgten zwei schlechte; so daß er oder seine Nebenleute oftmals die Fehler ausbügeln musste. Es grenzte außerdem an ein Wunder das er in der zweiten Halbzeit keine Gelbe Karte bekommen hat: sein unkontrolliertes Treten als ein Eintracht-Spieler am Boden lag sah mehr nach “Mal gucken wann es blutet” als “Ich will den Ball treffen” aus; das war ziemlich gruselig anzusehen.

Auch in der zweiten Halbzeit dominierten die Rothosen, wobei immer wieder auffiel, das Lasogga noch in der Sommerpause zu stecken schien. Er war in den Spielen zu vor die ärmste Sau, da er keine Bälle bekam mit denen er etwas hätte anfangen können, doch jetzt bekam er Bälle und konnte mit ihnen nichts anfangen. Es ist schlimm das der so limitierte und körperlich unterlegene Rudnevs die einzige Alternative zu PML scheint, denn dieser braucht wohl eine Pause.

Apopos Rudnevs: ich möchte gerne jedem der immer noch “Ruuuud-neee-eevvvs” singt 24 Stunden lang ein Video von seinem Pass vor dem 0:2 gegen Paderborn zeigen.

Das 1:1 durch Müller fiel wohlverdient und nach einer knappen Stunde Spielzeit auch zu einem günstigen Zeitpunkt. Doch ich erwähnte oben ja schon die Sache mit dem Exkrement an der Fußbekleidung. Ein wirklich sehenswert geschossener Freistoß an dem Drobný nichts halten konnte schlug in der Nachspielzeit zum absolut unverdienten 1:2 ein, so daß die Frankfurter mit 3 Punkten nach Hause fahren durften.

Apropos Frankfurt: ein absoluter Gipfel an Unsportlichkeit, den ich in dieser Form so auch noch nicht gesehen habe, war die Langsamkeit mit der Aigner vom Platz geschlichen ist als er in der 86.Minute ausgewechselt wurde – das hat mindestens 2 Minuten gedauert. Da verstehe ich den Schiedsrichter nicht, da muß Meyer zwingend Gelb zeigen und zu mehr Tempo ermahnen.

Nächste Woche geht es nach Dortmund. Als der HSV das letzte Mal zu einem Derbyverlierer gefahren ist hat er auch 2:1 verloren.

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