Eine weitere kurze Nacht später finde ich mich um 7 Uhr morgens am Hauptbahnhof ein, um mich mit Tanja und Maik zu treffen, mit denen ich die weite Reise nach Mainz antrete.
Es gab eine unschöne Begegnung mit Braunschweig-Fans die sich nicht zu benehmen wussten, doch ansonsten haben wir die gut 550km ohne Staus oder Verzögerung hinter uns gebracht, so daß wir vor Öffnung der Stadiontore vor Ort waren. Der Einlaß erinnerte mich zwar ein wenig an die Grenzkontrolle der guten alten DDR, doch das Abtasten des Sicherheitsdienstes war sehr entspannt und kein Petting à la Augsburg.
Während das Stadion von Außen doch sehr nach einem Möbelhaus aussah, konnte man von Innen wahrlich nicht meckern: ordentliche Toiletten, ein Gästeblock mit guter Sicht und obendrein wahnsinnig freundliche Gastgeber: wir Gästefans wurden mindestens drei Mal vom Stadionsprecher willkommen geheißen und obendrein hat er die Mannschaftsaufstellung so langsam und mit Pausen vorgelesen, das wir die Namen unser Spieler rufen konnten; das Ganze nicht durch einen einzigen Pfiff der Mainzer unterbrochen. Und auch nach dem Spiel gab es eine herzliche Verabschiedung, sowie Glückwünsche für die Relegation. Vielen Dank dafür, hier komme ich gerne wieder her!
Die Anspannung war allen anwesenden HSVern deutlich anzumerken, doch dem Support hat es nicht geschadet – wir waren meinem Empfinden nach ordentlich laut. Während des Spiels machten dann auch schnell die Zwischenstände aus Schalke und Hoppelheim die Runde, was spätestens beim jeweiligen 2:0 für Entspannung sorgte.
Zu unserem Spiel will ich eigentlich auch gar nicht viel Schreiben; es war auch diesmal wieder ein sehr typisches Spiel für diese Saison: die erste Chance der Mainzer wird nach einem blöden Fehler Westermannns genutzt, so daß es bereits nach 7 Minuten 1:0 stand. Wir erzielten dann zwar sehr zügig das 1:1 und dominieren die erste Halbzeit, doch weitere Treffer wollen uns einfach nicht gelingen, so daß es mit diesem Unentschieden in die Pause geht.
Es war dennoch eine sehr gute erste Halbzeit, in der sowohl das kämpferische, als auch das spielerische gestimmt hat. Wir haben gut rotiert und uns generell viel bewegt. Besonders aufgefallen sind mir hierbei Rincon, der mich seit mehreren Spielen besonders mit seinen Offensivaktionen begeistert, und erstaunlicherweise Tesche, der mir mit seinen lustlosen Auftritten bei der Zweiten eigentlich zu oft die Laune verdorben hatte.
Im Großen und Ganzen kann man der Mannschaft weder fehlenden Willen, noch mangelnde Kampfkraft vorwerfen, mitte der zweiten Halbzeit mussten wir dann einfach dem hohen Tempo der ersten Hälfte Tribut zollen. So stand am Ende der 90 Minuten mal wieder eine Niederlage, doch da unsere Konkurrenz ebenfalls nicht gepunktet hat, hat es schlußendlich zum Halten des 16.Platzes und damit der Relegation gereicht.
Morgen geht es dann im Heimspiel gegen Fürth, die wir diese Saison bereits im DFB-Pokal besiegt haben, und dann am Sonntag im Rückspiel bei den Franken darum die Klasse zu halten.
Beide Spiele werde ich live im Stadion sehen, vielleicht ist es mir ja im allerletzten Saisonspiel vegönnt wenigstens doch noch einmal einen Auswärtssieg zu sehen, denn bis auf den einen Punkt auf Schalke und dem Spiel in Jena (1.Runde DFB-Pokal) war mir keine Freude in der Fremde vergönnt.
In diesem Sinne,
NUR DER HSV!

Fraueneingang FTW! (ironiefrei! Anstatt dass frau sich erstmal hinter den Männern anstellen muss, um dann auf eine freie Ordnerin zu warten, ging’s hier echt flott!)