Tim auswärts im Stadtteil: DERBYSIEGER! 4

Mittwoch abend bei Flutlicht “EUROPAPOKAAAAL!” singend im Gästeblock stehen hat einen Hauch von Champions League. Von der Wichtigkeit her zumindest war das Spiel ähnlich einzuordnen – denn es war das Stadtderby in der Regionalliga Nord: die zweite Mannschaft des HSV trat beim St.Adtteilverein an.

Da dies eine kurze und unbeschwerliche Anreise versprach, habe ich gemeinsam mit ein paar Freunden den Weg in den Stadtteil gewagt, um dort unserer Zweite zu einem Sieg zu schreien. Ferner galt es den Torwart des Gastegebers zu bepöbeln, da Nedfuller uns leider nicht begleiten konnte.

Ein paar freundliche Helfer waren sich etwas unsicher wohin wir mit unseren HSV-Trikots gehen wollten (“Wohin soll’s denn gehen?”), gaben uns dann aber den bestimmten Rat, einen anderen Weg, als den über das Heiligengeistfeld zu gehen. Eine Kontrolle irgendwo zwischen 2nd und 3rd base später standen wir dann im Gästeblock.

Die Südtribüne des Gastgebers war gut gefüllt, aber auch wir waren nicht alleine gekommen und sangen uns schon mal kräftig ein. An dieser Stelle möchte ich auch kurz auf den folgenden Tweet von Jojo hinweisen:

Pünktlich um 18.30 Uhr wurde angepfiffen und nach einer Phase des Abtastens und zaghaften, aber immer wieder auf beiden Seiten abgeblockten Versuche zu Stürmen, erarbeiteten wir uns bald die ersten Torchancen, doch der Ball ging entweder drüber oder knapp vorbei.

Nebenbei brauchte es auf Gastgeberseite eine gefühlte halbe Ewigkeit dort ein Banner zu entrollen auf dem “AUF IHR BRAUN-WEIßEN! ZEIGT DER VORSTADT DAS ZECKEN BEIßEN!” stand, was Herzi nur lapidar mit “Da fehlt doch ein ‘Gebt’ am Anfang des Satzes!” kommentierte (s. Bilder unten).

Zwischendurch gab es dann etwas Aufregung als eine große Gruppe HSVer den Oberrang des Gästeblocks mit lauten Gesängen und Gepöbel füllte, woraufhin erst einmal ein paar Helfer in Uniform hinterher liefen, um für Ordnung zu sorgen. Es wurde dann aber schnell wieder friedlich und unsere Gesänge und Anfeuerungen dafür umso lauter.

Zur Halbzeit stand es 0:0 wobei der HSV das klar bessere Team war. Unsere Defensive stand prima, verstand es sauber zu klären und vor allem schnell umzuschalten und zu kontern. Insbesondere Shirdel fiel in den ersten 45 Minuten immer wieder durch viele elegante Szenen in der Offensive auf.

Den Beginn der zweiten Halbzeit hat dann ein Teil der Südtribüne durch das Abbrennen von mehreren Pyros und Rauchbombem verzögert; auch hier stirbt die Dummheit halt nicht aus. Als dann endlich weitergespielt werden konnte wurde erneut ein Plakat entrollt, daß auf den Wechsel Fabio Morenas zum HSV anspielte.

Mit dem Beginn der zweiten Hälfte hatten wir übrigens auch unsere Position gewechselt und sind mehr in die Mitte des Blocks und vor allem nach unten gegangen, denn es galt, wie bereits oben erwähnt, den Torwart des Gastgebers zu bepöbeln.

Naja, was soll ich sagen: wir hatten Erfolg! Denn bei einem Freistoß vor dem Sechzehner für uns schrien Herzi und Basti “Gleich musst Du den Ball aus dem Netz holen, freust Du Dich schon!” und “Die Mauer steht Scheiße!”. Demirbay lief an und der Ball landete im kurzen Eck im Tor – 1:0 für den HSV und das durchaus verdient!

Der St.Adtteilverein musste jetzt natürlich mehr machen und wurde offensiver, lief aber immer wieder in unsere Abseitsfalle. Einmal zappelte der Ball auch im Netz, doch galt der Treffer (genauso wie bei einer anderen Szene in der ersten Hälfte) ebenfalls wegen Abseits nicht. Beide Male musste die Tormelodie wieder abgebrochen werden und auch ein Pyromane, der den vermeintlichen Ausgleich feiern wollte, musste seine Fackel wieder löschen.

Stattdessen folgte die endgültige Entscheidung, als Demirbay kurz vor Schluß mit einem sehenswerten Treffer zum 2:0 traf. Die Heimmannschaft versuchte nochmal zu drücken, konnte die Niederlage ohne eigenes Tor aber nicht mehr verhindern.

Wir bepöbelten noch mal kurz den Heimtorwart “ICH KANN NICHTS, ICH BIN NICHTS – GEBT MIR EIN BRIKETT-TRIKOT!”* bevor er sich davon schlich.

Dann galt es die Mannschaft in der Kurve zu feiern und fröhlich “DIE NUMMER EINS DER STADT, WERDET IHR NIE!” singend mit einem Sonderzug der Hochbahn gen Landungsbrücken von dannen zu ziehen.

Bevor ich zum Fazit komme noch zwei kleine Randgeschichten: einer unser Spieler hatte sich leicht verletzt und ließ sich vor unserer Kurve behandeln. Wir haben ihn angefeuert und bejubelt woraufhin er zu uns herüber sah, grinste und die Daumen reckte; der Junge hatte richtig Spaß! Kein Wunder, so viele Zuschauer (laut kicker waren es 4.210) und Fans erlebt er ja auch eher selten.

Als ich mit Trikot und Schals auf der Fähre nach Wilhelmsburg stand, fragte mich ein Tourist gegen wen wir denn gespielt hätten. Auf meine Antwort “St.Adtteilverein.” hat er drei mal mit “Gegen wen?” nachgefragt. Ich erwähnte dann das Stadion beim Heiligengeistfeld, als schließlich der Groschen fiel: “Ach St.P***!”. Woraufhin ich nur grinsend “Sag ich doch, St.Adtteilverein!” erwiederte.

Fazit
Es war ein tolles Derby, das wir verdient gewonnen haben. Besonders hervorheben will ich natürlich Demirbay, der ein ständiger Unruheherd auf dem Platz war und zwei tolle Tore erzielt hat, sowie Tah, dem man gerne und angstfrei beim Verteidigen zuschaut. Es ist unglaublich wie sicher, unbekümmert und abgeklärt er schon wirkt; ich hoffe sehr, das er das beihält! Außerdem noch Shirdel, der eine fantastische erste Halbzeit gespielt hat. Wenn wir so weiter spielen, wird unsere Zweite diese Saison rein gar nichts mit dem Abstieg zu tun haben! Bitte etwas von Cardoso abschauen, Herr Fink!

Abschließend möchte ich euch noch den folgenden, famosen Tweet von Nedfuller nicht vorenthalten:

In diesem Sinne: NUR DER HSV!

*Sein wahrer Name will mir weder über die Tastatur, noch die Lippen.

flattr this!

4 thoughts on “Tim auswärts im Stadtteil: DERBYSIEGER!

  1. Reply nedfuller Aug 29, 2013 08:50

    Sehr schöner Bericht, ich wäre so gerne dabei gewesen.
    Kannst du noch was zu Robert Tesche sagen? Wie hat er gespielt?

    • Reply der_tim Aug 29, 2013 10:01

      Tesche hat solide gespielt, fiel aber weder besonders negativ noch positiv auf; außer bei einem krassen Fehlplatz im Mittelfeld ohne Bedrängnis.

      Ich kann gar nicht oft genug betonen wie großartig Shirdel, insbesondere in der ersten Hälfte, gespielt hat: fantastische Tempovorstöße, sehr ballsicher und durchsetzungsstark.

      Foto 7 ist eine typische Szene aus der ersten Halbzeit: http://www.stefangroenveld.de/2013/kleines-derby/ (und Foto 14 ist ebenfalls super, hihi)

  2. Reply herzi Aug 29, 2013 15:36

    Schöne Anekdote: NurderTim traute sich nicht sein braun-weißes Ticket in die Hand zu nehmen. Ich hab’ es ihm dann am Eingang abgenommen.

    Nach dem Spiel hieß es dann „du kannst mir jetzt die Derbysieger-Eintrittskarte zurückgeben“: Das Stück Papier hatte seinen einschüchternden Einfluss verloren.

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