Die Sommerpause hat mittlerweile ihr Bergfest hinter sich und so sind es “nur” noch 34 lange Tage bis endlich wieder eine Begegnung der Ersten Bundesliga angepfiffen wird. In der Zwischenzeit werden die Entzugserscheinungen danach seinen Verein (NUR DER HSV!) in der heimatlichen Arena oder einem der Stadien der anderen 17 Erstligavereine auflaufen zu sehen, immer größer.
Hier sind meine persönlichen Top 5 von Dingen die ich tue, weil ich unterfussballt, bzw. unterhsvt bin.
NUMMER FÜNF – Auslosung des DFB-Pokals / Bekanntgabe des neuen Spielplans
Beiden Ereignissen wurde heftigst entgegen gefiebert, als stünde der Lostopf in Nyon. Ähnlich heftig rasten dann auch die Tweets aller Fußballbegeisterten durch Twitter. Es ist schön zu wissen, das man nicht die einzige untervögelte unterfußballte Person ist.
Auf meine Idee hin wurde bei meinen Freunden vom Rautenradio vorher noch ein kleines Tip- und Gewinnspiel veranstaltet, bei dem es folgende Fragen zu beantworten galt:
Wen kriegen wir als Gegner im DFB-Pokal?
Haben wir in der neuen Saison zuerst ein Heim- oder Auswärtsspiel und gegen wen geht es?
Die Antwort zur ersten Frage ergab sich am 15.Juni, an dem in der ARD die Auslosung der Begegnungen der Ersten Runde des DfB-Pokals stattfand.
In den letzten Jahren wurden wir eigentlich immer eher in der Schlussphase gezogen, doch diesmal war die Spannung kurz, den bereits die vierte Kugel zeigte die Raute und so wussten wir, das es nach Jena zum SV Schott gehen wird.
Nur sechs Tage später folgte dann das nächste Ereignis, das die zweite Frage beantworten sollte – an Freitag, dem 21. Juni wurde ab 12 Uhr mittels Livestream auf bundesliga.de der Spielplan der Saison 2013/14 bekanntgegeben. Dies führte einen Moment lang zu beunruhigender Stille und Andacht in Deutschland. Arbeit wurde niedergelegt, Fingernägel gekaut, Kinder vernachlässigt, die Kriminalitätsstatistik hat für diesen Augenblick keine Einträge…und dann explodierte Twitter und auch die verschiedenen Fanlager der 18 Erstligisten wurden von Eruptionen des Unmutes oder der Freude heimgesucht als nach und nach die jeweiligen Begegnungen des ersten Spieltages verkündet wurden.
Wir dürfen mal wieder nach Gelsenkirchen (Sonntag, 17.30 Uhr wie mittlerweile feststeht) und haben Hoppeldings als ersten Gast bei uns. Ich freu mich drauf und kann kaum abwarten, daß es endlich wieder los geht. Sind wir bald da?
NUMMER VIER – Tippkick
Der Stream, der uns den neuen Spielplan verkündete, war noch gar nicht richtig verstummt, da konnte man bei kicktipp bereits auf die Spiele der neuen Saison tippen. Da mir die firmeninterne Tipprunde nicht genug war, trat ich auch noch der von Lizas Welt bei.
Angeregt von einem Tweet von kuehles_blondes
@nurdertim gibt's ne Twitter-HSVer-Runde bei Kicktipp oder comunio?
— kuehles Blondes (@kuehles_Blondes) June 21, 2013
habe ich dann kurzerhand selber auch noch einen Kicktipp-Runde für HSVer eingerichtet: http://www.kicktipp.de/bundesligadino/.
Selbstverständlich habe ich dort wo es geht auch bereits die ersten Spieltage getippt,mich auf die Absteiger, sowie den HSV als Herbst- und Deutschen Meister festgelegt.
NUMMER DREI – Stadionführung
Zusammen mit fschmidt77, Geekmaedchen , Herzi und Nedfuller habe ich Anfang Juni ein Führung durch unsere wunderschöne Arena im Volkspark gemacht. Im Preis inbegriffen war außerdem der Eintritt zum HSV-Museum, welches wir alle immer schon mal besuchen wollten.
Außerdem durften wir, da es die spiel- und trainingsfreie Zeit war, uns die Spielerkabine, sowie die Krafträume angucken. Der Höhepunkt war aber wohl den Heiligen Rasen betreten zu dürfen, um einmal selber einen kleinen Eindruck zu bekommen, wie es ist von dort unten auf die Tribüne zu gucken. Die überraschendste Erkenntnis dabei war, das das Spielfeld gar nicht eben, sondern eher gewölbt ist.
Ebenfalls überraschend war die unsagbare Häßlichkeit des Wimpels, den wir vom DFB anläßlich des Pokalgewinns 1987 bekommen haben.
NUMMER ZWEI – Mitgliedschaft in einem OFC
Ich habe schon seit Beginn des Jahres damit geliebäugelt einem OFC (Offizieller Fanclub) des HSV beizutreten. Es stand dabei von Anfang auch fest, das es nur einer sein kann der dafür in Frage kommt. Nach der Auslosung des DFB-Pokals, sowie Bekanntgabe des neuen Spielplans, der mir verriet, das ich eigentlich die ersten drei Auswärtsspiele (Schalke, Berlin, Dortmund) gleich mitnehmen möchte; war der Entschluß dann endgültig und so wurde ich ein Sitzkissenfraktionär!
Die HSV Sitzkissenfraktion Auswärts ist ein überregionaler Fanclub, der im Februar 2012 gegründet wurde und dennoch diese Tage bereits sein einjähriges Dasein als OFC feiern durfte. Die Sitzkissen sind ortsungebunden und möchten vor allem Auswärtsfahrern eine Heimat geben.
Auf Twitter folge ich ihnen und der Vorsitzenden Doreen schon sehr lange und da wir uns, sowie auch ein paar andere Mitglieder, persönlich kennen, kam ein Fremdgehen gar nicht in Frage.
Ich freue mich schon auf die ersten gemeinsamen Auswärtsfahrten und darauf mir noch unbekannte Sitzkissenfraktionäre kennen zu lernen. Die erste Möglichkeit dazu wird sich mir am ersten Augustwochenende bieten, an dem ich gen Nordsachsen fahren werde, um meine Mitfraktionäre bei der 5. Deutschen Matschfussball Meisterschaft anzufeuern. Am Tag darauf geht es dann weiter nach Jena zum oben ausgelosten Gegner.
NUMMER EINS – Träume
Nein, nicht die üblichen Titelträume, die man zu Beginn jeder Saison hat (solange es rechnerisch möglich ist, bin ich immer überzeugt, daß wir Meister werden!), sondern die die Nachts stattfinden, wenn alle Katzen schwarz-weiß-blau sind.
Ich habe jetzt in zwei Nächten hintereinander vom HSV geträumt. Für mich sind das sichere Zeichen, daß es allmählich wieder losgehen muß!
Von Donnerstag auf Freitag betraf es das erste Heimspiel und die Eindrücke die einem im Stadion umgeben. Es war die greifbare Freude und Anspannung darauf, endlich wieder mit all den anderen trikottragend in der Kurve zu stehen, “Hamburg, meine Perle” zu singen und die Namen der Spieler zu rufen. Den Schal schwenken, Bier trinken und der grenzenlose Jubel, wenn der Ball beim Gegner im Netz zappelt. Anschließend dann über die Szenen des Spiels plappernd (manchmal auch lamentierend) zur Litfaßsäule bei Knappis gehen, wo man sich mit weiteren HSVern trifft und noch mehr Bier trinkt. Ich erwachte schwer seufzend und trug diese Bilder den ganzen Tag mit mir rum.
Letzte Nacht dann träumte ich konsequenterweise vom ersten Auswärtsspiel. Warum dies nicht zu erst erfolgte, da wir ja zunächst in die Fremde fahren müssen, erschließt sich mir nicht, mein Unterbewußtsein wird sich aber wohl schon dabei etwas gedacht haben.
Zumindest träumte ich von der Zugfahrt zu unserem Gegner. Den vorbeifliegenden Landschaften, dem Weg zum Stadion im Pulk “Zehntausend Hamburger, schalalalalaa!” singend und das ganze in Begleitung des vor kurzem verstorbenen James Gandolfini, der nach der Begegnung der Mannschaft Autogramme gab.
Ich bin nie über zwei Folgen Sopranos hinausgekommen (ich werde es bei Gelegenheit mal nachholen, das Schauen irgendwelcher Folgen mittendrin ist schließlich grundsätzlich falsch) und auch sonst wüsste ich nicht, das ich viele Filme mit ihm gesehen hätte, deswegen weiß nicht weswegen gerade er es war, der uns begleitet hat. Ich kann auch nicht sagen wie die beiden Partien in meinen Träume ausgegangen sind, denn die und auch die namen- sowie gesichtslosen Gegner spielten keine Rolle.
Es sind, wie beschrieben, die mit diesen Ereignissen einhergehenden Eindrücke die zählen. Das Gefühl von “Heute gewinnen wir” oder “Heute wird das was ganz mieses.”, das man beim Aufwachen am Spieltag hat und das sich mit jeder Minute, die bis zum Gang zum Stadion vergeht, verstärkt oder manchmal auch ganz plötzlich verflüchtigt. Der Geschmack und Geruch von Fußball, den man während der Saison jedem Wochenende entgegenfiebert.
Noch 34 Tage bis zum Eröffnungsspiel der Saison 2013/14.
Noch 36 Tage bis der HSV wieder in das Ligageschehen eingreift.
Noch 29 Tage bis zum ersten Pflichtspiel.
In diesem Sinne: NUR DER HSV!
