Sonntag mittag habe ich einen weiteren Schritt zu meiner Trauerbewältigung getan und bin zum Stadion gefahren, um am Trauergottesdienst von Hermann Rieger teilzunehmen. Ich bin nicht religiös, aber Hermann war es, seine Familie ist es und ich wollte zusammen mit mehreren Tausend anderen HSVern Abschied von ihm nehmen.
Es war nicht leicht. Es gab das rundum gelungene Video vom HSV auf der Anzeigetafel, bei dem spätestens bei seinem “Ich liebe euch!” das Schluchzen einsetzte.
Es gab tolle, bewegende Worte von Carl Edgar Jachow, der einen sehr mitgenommenem Eindruck machte.
Es gab eine tolle, unprätentiöse Predigt mit viel Fußballbezug der nur selten aufgesetzt wirkte.
Es gab einen katholischen Pfarrer der während des Gottesdienstes einen HSV-Schal trug.
Es gab ein sehr tolles und beeindruckendes “Ave Maria”.
Es gab Lotto, der zuerst sein Schlaflied und anschließend eine schöne und nicht ohne belegter Stimme mitzusingende, ruhige Fassung von Hamburg, meine Perle vortrug.
Es gab tausende Trauernde die dabei ihren Schal für Hermann in die Höhe reckten.
Es gab viele Ehemalige und auch ein paar aktive Spieler die Hermann ebenfalls ihre letzte Ehre erwiesen.
Dies waren die schönen und emotional bewegenden Momente. Die unschönen Dinge, die man in diesem Rahmen eigentlich nicht haben möchte, gab es auch. Da war zunächst Dr.Wolfgang Klein, der es wohl durchaus gut gemeint hat, aber wir wissen ja alle wovon dies das Gegenteil ist.
Und dann wären da mal wieder gewissen Vertreter der Presse, die offenbar niemals auch nur den Ansatz einer Erziehung genossen haben. Eine Trauerfeier zu instrumentalisieren, damit man weiterhin in seinem nicht mal klopapierwürdigen Drecksblatt hetzen kann ist das Allerletzte.
Ansonsten spricht mir Florian mit seiner Empörung mal wieder aus der Seele.
Dies sind jedoch nur kleine Störfeuer einer insgesamt gelungenen und bewegenden Trauerfeier, die Hermann gefallen hätte.
Und zum Abschied hieß es mit gestrecktem Daumen
Servus, Burschi!
