Tim guckt: Mad Max: Fury Road

My name is Max. My world is fire. And blood.

-Max Rockatansky-

Es ist Ewigkeiten her das ich die Original Mad Max-Trilogie gesehen habe. Ich vermag nicht zu sagen, ob ich ein Fan bin, ob sie wirklich gut ist oder ob sie allein von dem Status lebt Mel Gibson der Welt außerhalb Australiens (obwohl er in den USA geboren wurde) bekannt gemacht zu haben. Doch ich mag post-apokalyptische Settings und der Trailer für Fury Road hat mich überzeugt, das der Film, trotz vermutlich egaler Story, sehr sehr gut aussehen wird und ich ihn sehen sollte (außerdem mag ich Tom Hardy).

Ich wurde nicht enttäuscht: der Film schmeckt nach Adrenalin, Wüstensand, Blut und Benzin.

Die Bilder und Farben sind satt, das CGI sparsam eingesetzt und nur in einer einzigen Szene, die sich augenzwingernd an das 3D-Publikum wendet, wirklich als solches erkennbar. Die Stunts sind spektakulär und passen zum Setting. Dabei hatte ich zum ersten Mal bei einem 3D-Film das Gefühl jederzeit zu wissen und zu sehen, was gerade auf der Leinwand passiert. Normalerweise sieht man nur eine unscharfe, breiige Masse die zudem unübersichtlich ist: der Film ist zwar rasant geschnitten, aber niemals hektisch.

Und dann ist da das Production Design: Kostüme, Autos, Waffen, Landschaft (gedreht wurde in Namibia) – so sieht Endzeit aus. Bis ins kleinste Detail ist alles auf das Universum das George Miller geschaffen hat, zugeschnitten, was sich auch in den wenigen Dialogen wiederfindet. Jede Gruppierung hat ihre eigene Weltansicht, ihre eigene Optik und dennoch kommt der Film ohne jede überflüssige Exposition aus. Er funktioniert ohne große Erklärungen.

Oh what a day, what a lovely day!
-Nux-

Der größte Trick den George Miller aber schafft ist den Film Mad Max zu nennen und die titelgebende Figur nicht zum Hauptcharakter zu machen. Es ist nicht seine Geschichte, die erzählt wird, obwohl er sie begleitet, sondern die von Imperator Furiosa – dargestellt von einer unglaublich starken Charlize Theron.

Die Musik des Films, der im Grunde genommen eine lange Verfolgungsjagd ist, treibt diese voran. Wenn Max und Furiosa langsam von ihren Verfolgern eingeholt werden, hört man die treibenden Trommeln und kreischenden Gitarren. Tom Holkenborg aka Junkie XL hat hier wirklich hervorragende Arbeit geleistet.

Trotz all des Lobs ist Mad Max nicht ohne kleine Schwächen. Zunächst einmal ist das 3D, auch wenn es ausnahmsweise mal nicht störte, wirklich überflüssig. Der Bösewicht ist relativ blass (pun not intended), mit 2 Stunden ist der Film etwas zu lang und er ist sehr offensichtlich auf weitere Filme ausgelegt (Tom Hardy hat einen Vertrag über 3(!) weitere Mad Max-Filme unterschrieben). Es ist außerdem nicht so ganz klar ob der Film Teil der bestehende Mad Max-Trilogie sein oder ob es sich um ein Reboot, Remake oder eine Mischung aus alle dem sehen will.

Letztendlich ist dies aber zu verschmerzen, da Fury Road einfach wahnsinnig gutes Action-Popcorn-Kino ist, das nebenbei mal eben den Bechdel Test besteht. Und wenn die Nachfolger genauso gut aussehen freue ich mich darauf dann wieder im Kino zu sitzen.

Bewertung: Fünf von Fünf Benzinkanistern

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