Edgar Allan Poe. Vincent Price. Roger Corman. Mit der Ausnahme von Hammer Films geht es im Bereich des Horrorfilms wohl kaum noch klassischer. Der Film House of Usher (deutscher Titel: Die Verfluchten) basiert auf der Kurzgeschichte The Fall of House of Usher, ist dabei zwar keine hundertprozentige Umsetzung des Stoffes, aber man erkennt immer noch genug von Poes Original im Film wieder.
Wenn man sich auf ihn einlässt und sich nicht am Charme der Zeit stört in der er gedreht wurde, hat man einen wunderbar atmosphärischen Film, der seinen Ursprungsstoff ernst nimmt und durchaus ein leichtes Gefühl von Unbehagen beim Zuschauer auslöst. Ein Hauptgrund liegt in der wirklich herausragenden Darstellung des Roderick Usher, gespielt von Vincent Prince. Es war die erste Kooperation von Corman mit ihm, sechs weitere Filme sollten folgen.
Das Drehbuch zu House of Usher stammt von Richard Matheson, dessen Geschichte I am Legend u.a. als Last Man on Earth mit Vincent Price verfilmt wurde und von mir im Rahmen des Horrorctober ebenfalls noch gesehen und hier bewertet werden soll.
Doch zurück zum Thema: wer, wie bereits erwähnt, den Horrorfilmen aus den 50er und 60er Jahren etwas abgewinnen kann, wird den Film genießen können. Er ist quasi ein Kammerspiel mit Minimalbesetzung und nur vier nennenswerten Rollen: Roderick Usher, Madeline Usher, Philip Winthrop und Bristol, den Butler.
Vincent Price spielt dabei den an Hochsensibilität leidenden Roderick Usher federleicht; wobei es so einfach wäre, ihn “camp”, d.h. mit übertriebenen Gesten und grotesken Mimiken darzustellen. Doch er hält die für ihn geschriebenen Monologe mit der gebührlichen und benötigten Sanftheit, Ernst oder Inbrunst.
Ihm gegenüber steht der von Mark Damon gespielte Philip Winthrop, der Verlobte von Roderick Ushers Schwester Madeline, der die Rolle der Stimme der Vernunft einnimmt. Wann immer Usher vom Fluch, der auf seiner Familie liegt, spricht, ist Winthrop derjenige, der es mit Ratio zu kontern versucht.
Auch Myrna Fahey spielt ihre Rolle als Madeline gut und fällt selbst im Schlußakt, der noch einmal eine dramatische Wendung nimmt, nicht in die Falle des “overacting”. Man kann also allen Darstellern einen gute bis hervorragende Leistung attestieren; die Rolle des Butlers ist hierbei nicht weiter erwähnenswert, es handelt sich bei ihm nur um eine Randfigur.
Insgesamt passt House of Usher mit seinen Bildern und seiner Geschichte wunderbar zu den kalten Oktobertagen und ist damit die perfekte Wahl für einen Beitrag zum #Horrorctober.
