Ich weiß nicht wie oft ich schon auf das Eingabe-Feld für einen neuen Artikel in meinem WordPress-Backend gestarrt, etwas hingeschrieben, wieder gelöscht, neu angefangen und dann resigniert aufgegeben habe. Es waren viele, unzählige Male. Darunter Fußballthemen, Film- und Buchrezensionen, privates oder Top 5-Listen; aktuell gibt es 9 Entwürfe die darauf warten mit weiteren Zeilen gefüllt zu werden.
Im Kopf klingen viele Einträge, bzw. die Idee für einen Eintrag federleicht, plausibel und wohl formuliert, doch sobald man an der Tastatur sitzt ist da des öfteren diese große, schwere Leere.
Jemand der von Berufs wegen schreibt hat an dieser Stelle wahrscheinlich seine kleinen Kniffs und Tricks die das umgehen, aber ich schreibe hier, weil ich manchmal Dinge einfach los werden will, los werden muss und 140 Zeichen auf Twitter dann eben doch verdammt wenig sind.
Ich bitte darum im folgenden krude Satzstellungen zu entschuldigen, dies alles ist wild in die Tastatur gehauen, denn Sprachlosigkeit ist schlimm und aktuell bin ich nicht nur sprach-, sondern auch fassungslos.
Mir ist sogar speiübel und gleichzeitig bin ich wütend und fühle eine große Ohnmächtigkeit angesichts der Tatsache das ich derzeit täglich von neuen brennenden Unterkünften für Asylsuchende lesen muss. In Brand gesteckt von Leuten, die sich zusammengerottet haben, um Menschen mit Hass und Gewalt zu empfangen, deren Verzweiflung und Angst so groß geworden ist, das sie alles was ihnen lieb und von wert war zurückgelassen haben, weil für sie und ihre Familie das (Über-)Leben in ihrer Heimat unerträglich geworden ist. Und diese Menschen sehen nun bei ihrer Ankunft an einem Ort von dem sie sich Frieden und Sicherheit erhoffen, terrorisierende Horden, die sich in keinster Weise von dem Unterscheiden, was sie zuhause erleben mussten.
Und sie kommen hierher auf ein besseres Leben
dieses Recht auf Leben willst du ihnen nehmen
und du prügelst auf sie ein ohne jedes Erbarmen
ohne einmal zu fragen warum sie kommen oder kamen
…but alive – Nur Idioten brauchen Führer
Man sollte meinen, das es etwas selbstverständliches ist jemanden der in Not ist zu helfen. Ihm die Hand zu reichen, damit er aufstehen kann, wenn er am Boden liegt. Doch das Gedankengut des Mobs, der sich selber auch noch stolz “Pack” nennt und meint für die ganze Bevölkerung zusprechen, ist komplett vergiftet. Diese Leute sind verloren und gefangen in ihrer rassistischen Welt und es zu bezweifeln, das es möglich ist sie wieder zubekommen, denn sie erkennen die Wahrheit nicht mehr. Wir dürfen aber nicht aufhören ihre Lügen zu widerlegen, damit sie nicht noch mehr auf ihre Seite ziehen.
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Obendrein ist es an uns allen etwas zu tun, um den Leuten die verängstigt und traumatisiert nach Deutschland kommen zu zeigen, das sie eben DOCH willkommen sind. Das wir bereit sind ihnen zu helfen.
Das wir Mitleid mit ihnen haben.
Das wir nicht zu den hassverzerrten Gesichtern gehören, die Steine werfen, die Bedrohen, die Zündeln.
Nicht jeder mag, aus welchen Gründen auch immer, die Zeit haben direkt zu einer Einrichtung zu gehen um dort ehrenamtlich zu helfen. Die wenigsten von uns sprechen die benötigte Sprache um zu dolmetschen. Vielleicht haben einige von uns selber gerade eben genug Geld für sich am Ende des Monats über, so daß finanzielle Unterstützung oder der Kauf von dringend benötigten Alltagsdingen wie Duschgel, Shampoo, Windeln, Tampons, Deos nicht möglich ist.
Aber vielleicht gibt es Kleidung im Schrank, die man nicht mehr braucht:
T-Shirts, Pullover, Kleider, Röcke die einem nicht mehr passen; die man mal schick fand, aber mittlerweile doch nicht mehr trägt.
Gibt es noch Kinderkleidung, die man vielleicht nur noch als nostalgischen Gründen behält, aber aus dem der Nachwuchs lange heraus gewachsen ist?
Spielzeug mit dem nicht mehr gespielt wird und Bücher die nicht mehr gelesen werden?
Gibt es vielleicht Geschirr im Keller, das nur einstaubt und eigentlich zum nächsten Flohmarkt gebracht oder demnächst auf ebay gestellt werden sollte?
Und ganz banal: was ist eigentlich mit der Kugelschreibersammlung in der Schublade, die eher wächst als das überhaupt mal einer genommen und benutzt wird?
Versucht einmal ganz kurz nicht nur an euch zu denken. Denkt an die Menschen, die nichts haben außer das was sie am Leibe tragen als sie flohen und die Hoffnung, das es ihnen woanders besser geht als an dem Ort, den sie bisher Heimat nannten.

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