Seit Dienstag ist die HSV-Welt nicht mehr das was sie vorher war. Mit Hermann Rieger ging jemand von uns der so sehr HSV wie kein Zweiter war.
Für mich persönlich war es immer eine riesige Freude Hermann zu sehen, der, wann immer es für ihn möglich war, seinen HSV stets begleitet hat. Selbst bei kleineren Versammlungen war er oft anwesend, hatte für alle ein offenes Ohr und war stets freundlich und gut gelaunt. Bis zuletzt stand er an jedem Heimspieltag im Spielertunnel und klatschte die Spieler ab.
Vor 2 Jahren, als wir ihm im Stadion zu seinem 70. Geburtstag ein Ständchen sangen, stand er mit weinenenden Augen auf dem Kran neben Lotto und rief mit tränenerstickter Stimme “Ich liebe euch!” und erhob seinen Daumen, so wie er es immer tat.
Am Sonnabend waren wir es, die mit Tränen seinen Namen riefen und ihm unsere Liebe zeigten.
Bereits am Mittwoch nahmen mehr als 1.000 Fans an einem Trauermarsch vom Bahnhof Stellingen zur Arena teil. Unzählige Blumen, Schals und Fotos von Hermann wurden dort niedergelegt. Auch ich war dabei. Trauerbewältigung.
Am freitag abend kroch ich mal wieder über einen Turnhallenboden und klebte schwarze auf weiße Folie, um ihn zu ehren. Trauerbewältigung mittels Choreo basteln bis nachts um halb vier.
Am nächsten morgen dann, mit nur etwas mehr als 4 Stunden Schlaf, machte ich mich bereits wieder auf zum Stadion, um den Aufbau der Choreo vorzubereiten: das hieß unter anderem gut 2 Stunden lang Pappen falten bis die Hände schwarz waren.
Zur Mannschaftsaufstellung wurden alle Spieler als Hermann Rieger angekündigt. Hier erging es mir, wie Tanja – nur die wenigsten Male kam es mir über die Lippen, da die Stimme wegbrach und der Kloß im Hals alles zuschnürte.
Auch während des Spiels gab es immer wieder Momente bei denen mir das Wasser in die Augen schoß. Ich musste mich nicht umsehen um zu wissen das es vielen anderen auch so ging.
Nebenbei wurde auch Fußball gespielt. Doch auch wenn ich mich über den Sieg und vor allem die Art, wie er entstanden ist sehr freue. Ich es Weidenfehler vom Herzen gönne, daß ihm Hakan so einen wunderbaren Freistoß ins Netz gelegt hat und ich am Ende auch vor Erleichterung, das uns eine weitere Schmach erspart blieben ist weinen musste. So überwiegt immer noch Schmerz über den Verlust Hermann Riegers.
Am Sonntag, dem 2.März findet im Stadion eine große Gedenkfeier statt. Auch diese werde ich aufsuchen. Ich brauche diese Trauerbewältigung.
Auch bei Florian steht das Verarbeiten im Vordergrund und nebenbei hat er noch ein paar schöne, persönliche Anekdoten über Hermann aufgeschrieben.
Im Gegensatz zu mir schreibt Sven ein paar Worte mehr über das Spiel und auch Maik berichtet von seinem Besuch im Volkspark.
Abschließend können diesmal nur die folgenden Worte fallen:
Danke für alles Hermann. Servus, Burschi!
