nurderTim » Weseraner https://nurdertim.de Fri, 01 Nov 2013 09:20:40 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v= Tim zu Hause: Ausgebremst https://nurdertim.de/?p=971 https://nurdertim.de/?p=971#comments Sun, 22 Sep 2013 15:02:01 +0000 der_tim https://nurdertim.de/?p=971 read more]]> Ich hätte es ahnen sollen. Die Ereignisse der vergangenen Woche (und damit meine ich nicht die Niederlage beim BVB) haben bei mir eine außergewöhnlich miese Laune verursacht, die am Sonnabend plötzlich wie weggeblasen war. Eventuell lag das am Metaxa, den ich am Freitag bei meinen Eltern getrunken habe, vielleicht war es aber auch einfach die Tatsache, das das heißersehnte Nordderby anstand und Frittenfett neben mir wie Trockeneis wirkte.

Dann von meinen Blocknachbarn, die mal mal wieder fleißig bei der Choreo geholfen haben, die Aufstellung gehört: Jonathan Tah von Beginn dabei. “Das wird geil.” gedacht…

Es war dann aber doch das erwartete Spiel von Not gegen Elend. Insbesondere in der ersten Hälfte wirkten die Weseraner wacher, spritziger und haben (wie es anscheinend bei unseren Gegnern üblich ist) viel öfter die zweiten Bälle bekommen. Stellvertretend war dann auch die Szene, die zum 0:1 führte bei der Jansen überlaufen wird und Petersen den Ball in der Mitte nur noch versenken muß.

Abgesehen davon haben wir weitestgehend ganz ordentlich verteidigt, allein bei Standards sind wir nach wie vor übelst anfällig. Zwei mal kratzte Lam den Ball nach Ecken von der Linie und Adler hielt alles was er halten konnte, in der zweiten Hälfte sogar einmal einen Torschuß bei dem sich alle gefragt haben, wie er das angestellt hat.

Die Führung des Gastes war durchaus verdient, er war einfach bissiger.

In der zweiten Halbzeit war dann mehr Tempo drin und auch wir erarbeiteten uns die eine oder andere Chance. In der Nachspielzeit ging dann auch Adler mit nach vorne und wir kassierten das zweite Tor. Keine Vorwürfe an dieser Stelle, das ist dann nun mal so und letztendlich auch egal.

Nicht egal ist das die Bremsen schlecht und besiegbar waren. Man hat das bei unseren wenigen guten Aktionen gesehen, wie sie auf einmal etwas ins Schwimmen kamen und Mielitz öfters mal den Ball nicht richtig hat festhalten können.

Mehr will ich zu diesem Spiel nicht mehr schreiben, außer das mir Tah, trotz zwei drei kleiner Aussetzer sehr gut gefallen hat; genauso Rincon, der gekämpft und geackert hat, wie man das von ihm kennt. Leider musste er dann verletzungsbedingt (Kieferbruch) ausgewechselt werden; an dieser Stelle: Gute und schnelle Besserung, Tomas!

Nachdem Spiel war da dann nur noch unfassbare Leere. Fassungslos standen und hockten wir nach Abpfiff noch minutenlang im Block. Schweigend. Ein paar Tränen verschleierten meinen Blick.

Irgendwann machten wir uns dann auf zu Knappis, um mit unserer Trauerbewältigung zu beginnen. Ich verwende den Ausdruck nur sehr ungern, zu Mal nach einem Spiel wie diesem, aber es gab dann so vieles an diesem Abend, daß man ihn in der Retrospektive als ziemlich großartig bezeichnen muß.

Es begann mit dem folgenden Ereignis: direkt an der Kreuzung bei Knappis wird Verkehr von Verkehrspolizisten geregelt. Um die Autofahrer durchzulassen deutete uns einer von ihnen mit breit ausgestreckten Armen, das wir stehen bleiben sollen. Wir scherzten, das er uns wohl umarmen wolle um uns zu trösten. Woraufhin er uns zu sich winkte und uns in den Arm nahm. An dieser Stelle einfach noch mal extra fette Grüße an den guten Mann in Uniform. Das war ein toller Fan-Moment!

Während wir unseren Frust ertränkten, folgte es später dann der Moment, auf den wir alle gewartet hatten: der mobilen Hühnerstall des Gegners verließ des Stadion und durfte sich von uns bepöbeln lassen. Danach schmeckte das Bier noch etwas besser.

Zwischendurch haben wir bei den Toiletten noch einen Schotten in Rangers-Trikot getröstet, der extra zum Derby aus Glasgow angereist war; übrigens nicht der einzige Fan aus dem Ausland den wir an diesem Abend nach dem Spiel getroffen haben.

Als das Bier dann endlich leider ausgetrunken war beschlossen wir Essen zu gehen. In der S-Bahn saß dann ein einsamer debil grinsender Weseraner, der sich an unseren Frustgesängen zu dem wir den Rest des Waggons animierten ergötzte.

Beim Mexikaner, dem Restaurant unserer Wahl, angekommen hieß es erst das wir etwas warten müssten, damit für uns 7 Platz ist, doch das ging dann schneller als erwartet. Hier hatten wir dann das zweite Erlebnis mit einem HSVer aus dem Ausland – ein Amerikaner aus Philadelphia saß alleine an der Theke. Er hatte sich im Stadion ein Trikot gekauft und erzählte, das dies sein erstes Spiel war. Wir schenkten ihm ein paar HSV-Aufkleber sowie einen Schal und versicherten ihm das alles besser wird. Auch das war ein toller Fan-Moment!

Gesättigt gingen wir dann zur nahen Tanke,holten uns ein paar Wegebiere und gingen runter zum Hafen. Dort saßen wir und genossen das klatschen des Wassers an die Kaimauern. Es gab in diesem Moment niemand anders, mit dem ich genau das Teilen wollte, wie genau die Leute, mit denen ich dort zusammen saß. Und dann gab es diesen Tweet und wieder feuchte Augen:

Es war wohl halb drei als ich zu Hause an kam. Es war ein beschissenes Spiel mit einem beschissenen Ergebnis und es ging mir beschissen. Aber die, mit denen ich den Abend und einen Teil der Nacht verbracht habe, machen es alles erträglich und sorgen dafür, daß ich trotzdem mit einem leisen Lächeln ins Bett gegangen bin. Danke dafür.

Am Dienstag kommt dann der aktuelle Tabellenerste der Zweiten Bundesliga nach Hamburg und will sich von uns aus dem DFB-Pokal schmeißen lassen. Tun wir ihm den Gefallen.

NUR DER HSV!

flattr this!

]]>
https://nurdertim.de/?feed=rss2&p=971 2
Heimspiel: Derbysieger! https://nurdertim.de/?p=246 https://nurdertim.de/?p=246#comments Tue, 29 Jan 2013 09:49:25 +0000 der_tim https://nurdertim.de/?p=246 read more]]> Bei naßkaltem Wetter ging es am sonntag nachmittag in den Volkspark, wo das 98.Nordderby zwischen dem HSV und den Weseranern aus Dingsda stattfand.

Im Stadion angekommen gab es gleich die erste, im wahrsten Sinne des Wortes, Ernüchterung: da die Begegnung als Sicherheitsspiel gilt, gab es nur alkoholfreies Bier und das trotzdem zum Vollpreis. Pfui Bäh. Ging zwar irgendwie runter, aber als Durstlöscher war es nicht geeignet und zu einer Wiederholung der Getränkebestellung lud es auch nicht ein.

Die Stimmung war trotzdem gut, wenn auch etwas angespannt, galt es doch den Rivalen aus der anderen Hansestadt auf Abstand zu halten, zumal dieser nach der 0:5-Klatsche durch den BVB nicht gerade als unbezwingbar galt. Es gab die üblichen Schmähgesänge, von denen ich nicht unbedingt alle für mitsingenswert halte und bei Anpfiff eine kleine Choreo seitens der Gäste, die an den vor 30 Jahren erschlagenen Adrian Maleika erinnerte.

An dieser Stelle möchte ich kurz meine grenzenlose Verachtung für die Vollpfosten ausdrücken, die vorhatten diese Choreo im Vorfeld zu verhindern, bzw. zu zerstören: bei aller Rivalität und Abneigung gegen die Grün-Weißen ist das sehr respektlos und zeigt mangelnden Aufarbeitungswillen dieses unrühmlichen Momentes unserer Geschichte! Wer hier Nachholungsbedarf hat, dem ich empfehle dringend das Lesen des entsprechenden Kapitels im ansonsten auch sehr empfehlenswerten Kinder der Westkurve.

Doch zum Spiel: dem HSV gehörte zwar die erste Chance des Spiels, doch der Ball zappelte leider nach neun Minuten bei uns im Netz. Eine frühe Führung des Gegners hieß in der Vergangenheit oft nichts Gutes und der Schock auf den Rängen war spürbar.

Als schließlich der Ausgleich fiel, war schon daran wie er fiel klar zu erkennen, wer sich dafür feiern lasen durfte: solche Tore schießt nur Son. Es folgten bis zur Halbzeit ein paar Chancen auf beiden Seiten, wobei wir zwar mehr Ballbesitz hatten, die Weseraner aber gefährlicher konterten.

Letztendlich ging es 1:1 in die Halbzeit und ich verkündete meinen Begleitern großspurig, das wir in der zweiten Hälfte dann drei Tore auf dem uns näheren Tor sehen würden. Kaum hatten wir uns von der Halbzeitpause erholt, als wir uns auch schon über das 2:1 freuen konnten. Aogo erzählte sein erstes Bundesliga-Tor für den HSV und entsprechend wurde er bejubelt. Wir ahnten an dieser Stelle noch nicht, das der Treffer mit dem Oberarm und damit der fußballerischen Hand erzielt wurde. Doch nach Ansicht der Fernsehbilder und dem an dieser Stelle obligatorischen Verweis an den schönen Begriff Zeitlupenwissen aus dem sehr empfehlenswerten Podcast von Collinas Erben bin ich der Auffassung, das dies in keinster Weise vom Schiedsrichter noch dem Schiedsrichter-Assistenten gesehen werden konnte. Aber alles Lamentieren ist an dieser Stelle sowieso zwecklos, denn das Spiel ist mittlerweile vorbei und der Schiri hat entschieden, wie er entschieden hat. Ich bin mir sicher, das wir im Laufe der Saison auch nochmal irgendwann benachteiligt und die Bremsen bevorzugt werden und dann ist das alles vergessen.

Als nur acht Minuten später Dennis Aogo seine Traumflanke schlug, die Rudnevs zum 3:1 verwertete, stand für mich fest, das er mein Spieler des Spiels ist. Außerdem war dies bereits der 15. Treffer eines Stürmers in der laufenden Saison. Respekt!

Dennoch gingen auch hier die Meinungen ob das Tor rechtens war auseinander: bei Sky hieß es kein Abseits, bei Liga Total knappes Abseits. Ich empfand es im Fernsehen beim ersten Hinsehen als klares Abseits und war dann nach der Zeitlupe nicht mehr so sicher. Hier wurde offenbar “im Zweifelsfall für den Stürmer” entschieden, was man selten genug erlebt. Das diese Entscheidungen den Grün-Weißen nicht schmeckt ist klar, aber ich verweise einfach mal kurz auf den Absatz weiter oben.

Es fiel aber auf, das sich die Spieler kaum bis gar nicht beschwert haben.

Es folgte ein déjà vù, denn ein 3:2 nur kurz nach dem wir mit zwei Toren in Führung gingenw, gab es auch schon in der Hinrunde beim Heimspiel gegen den BVB. Genau wie damals verging die Zeit auch diesmal sehr langsam, nur folgten in der Schlußphase dieser Partie noch ein paar Aufreger:

Ich fange mal mit den Gelb-Roten Karten an: die für Fritz ging in Ordnung. Beide Fouls waren für sich betrachtet gelbwürdig, also darf sich hier eigentlich keiner beschweren.

Bei der doppelten Gelben für Arnautovic ist das so eine Sache. Ich finde nicht, das das Foul an Westermann unbedingt hätte geahndet werden müssen. Auch wenn der Rempler nur gegen den Spieler ging, sieht man ähnliche Situationen häufiger in der Bundesliga ohne das es dafür Gelb gibt. Danach aber anzudeuten den Ball (womöglich noch gen Schiedsrichter) schießen zu wollen ist saudumm. Dafür hat er sich die Gelbe Karte und ihre unmittelbare Folgen verdient.

Im Großen und Ganzen kam das Spiel aber ohne häßliche Szenen auf dem Spielfeld aus, dies war in der Vergangenheit gerne mal anders; es sei an Kung Fu-Rasen gegen Olic erinnert.

Eine weitere Szene, die mir aufgefallen und bei der ich mir eine Reaktion des Schiedsrichtergespanns gewünscht hätte, war als ein Schuß gen Toraus flog und einer der Weseraner Auswechselspieler, die sich dort warm machten, den Ball auffing und zu Mielitz warf. Ich war im Stadion und auch nach Ansicht der Fernsehbilder der festen Überzeugung, das der Ball noch nicht im Aus gewesen ist. Auch wenn er wenige Sekunden dort gelandet wäre, so ist das für mich ein irregulärer Eingriff in das Spielgeschehen und hätte geahndet werden müssen.

Abschließend, bleibt es nicht aus sich noch über einen gewissen Holländer, der mir sowieso quer im Magen liegt, aus unserer Mannschaft aufzuregen. Die Rede ist nicht von Bruma, der ein solides Spiel gemacht hat, auch wenn er an beiden Gegentoren unglücklich beteiligt war, sondern von unserem kühnegesponserten Neuzugang.

Mir fällt zunehmend auf, das er sich selbst in den Mittelpunkt stellen will, obwohl das nun wirklich schon die Presse und gewisse Teile der Fans zur Genüge tun. Es mag vielleicht ein wenig Korinthenkackerei sein, aber warum geht er beim Auflaufen zum Warmmachen voran? Dies sollte unser Kapitän tun! Warum muß er als einziger beim Warmmachen eine andere Jacke tragen? Warum schlenzt er einen Freistoß bei dem Wetter kurz vor dem Sechzehner aufs Tor? Warum verflucht nochmal versucht er einen Hackentrick bei einem Ball, der viel zu hoch und scharf geschossen ist, um ihn so spielen zu können? Zumal Rudnevs in viel besserer Position stand und ihn höchstwahrscheinlich in Maschen gedroschen hätte. Das wäre das 4:2 und damit sicher der spielentscheidende Treffer gewesen.

Der Typ inszeniert sich wo er nur kann. Er will nur Zaubertore schießen und sich “unsterblich” machen. Ein guter Spieler hat das nicht nötig. Ein guter Spieler stellt sich nicht über die Mannschaft, sondern ist ein Teil dessen. Das vermisse ich sehr stark bei ihm.

Ganz zum Schluß sei noch erwähnt, wie schön es war zum zweiten Mal in der Saison während des normalen Bundesligabetriebes zu Hause “Ohne Wiese habt ihr keine Chance!” singen zu dürfen :)

Die Nummer Eins im Norden sind wir, nur der HSV!

PS: Eine Bewertung der strittigen Situationen gibt es auch im aktuellen Podcast bei den bereits gelobten Collinas Erben.

flattr this!

]]>
https://nurdertim.de/?feed=rss2&p=246 6