nurderTim » London https://nurdertim.de Fri, 01 Nov 2013 09:20:40 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v= Tim liest: Rivers of London https://nurdertim.de/?p=271 https://nurdertim.de/?p=271#comments Thu, 31 Jan 2013 10:48:19 +0000 der_tim https://nurdertim.de/?p=271 read more]]> Rivers of London ist der erste Band einer Reihe von Geschichten mit Peter Grant, Police Constable bei der Metropolitan Police London. Es gibt bereits zwei Nachfolgebände und der vierte soll dieses Jahr folgen.

Peter Grant ist Constable bei der Metropolitan Police in London und wird in einen seltsamen Fall verwickelt: in Covent Garden liegt eine kopflose Leiche. Nachdem der Fundort weiträumig abgesichert wurde und das forensische Team von der hereinbrechenden Dämerung zu einer Pause gezwungen wurde, wird er am Tatort zusammen mit seiner jungen Kollegin Lesley May zur Nachtwache eingeteilt. Während sie kurz Kaffee holen geht, macht er die Bekanntschaft eines Geistes, der eine Zeugenaussage tätigen möchte.

Schon bald findet Peter raus, das es nicht nur Geister, sondern auch Götter, Magie und eine Sondereinheit der Polizei gibt, die sich mit dem Übernatürlichen beschäftigt.

Es gibt Autoren und Bücher, die lassen sich schwer in Genreschubladen legen. Rivers of London von Ben Aaronovitch ist so ein Buch. Ich glaube, man nennt so etwas neuerdings Urban Fantasy. Auch wenn die Kurzbeschreibung vielleicht eher nach klamaukigen X-Akten klingt, Rivers of London ist primär eine im gegenwärtigen London spielende Kriminalgeschichte. Alle Orte sind real, wodurch es eine besondere Freude ist, sofern man schon ein paar mal in der Stadt an der Themse zu Besuch war, Straßennamen und Orte wiederzuerkennen. Wahrscheinlich hat man als Londoner noch mehr Freude an dem Buch, aber auch ohne besondere Kenntnisse sollte es gefallen.

Der Humor ist typisch britisch, es gibt immer mal wieder kleine geekige pop-kulturelle Referenzen, aber die Morde sind durchaus brutal und die Geschichte beizeiten düster. Wie die Magie funktioniert und was für Auswirkungen sie auf die Umwelt hat wird gut erklärt. Generell sind mir keine Logiklöcher aufgefallen.

Man könnte vielleicht monieren, das Peter sich sehr schnell damit abfindet, das es Magie und Götter gibt, aber ich denke das kann man getröst als typisch britische Anpassungsfähigkeit bezeichnen (wer ein paar Folgen Doctor Who gesehen hat, weiß was ich meine).

Der Hauptcharakter ist sympathisch, der Handlung leicht zu folgen, auch wenn es zum Ende hin vielleicht etwas hektisch wird. Meine Ausgabe (die Special London Edition) hatte im Anhang noch eine zusätzliche 16-seitige Kurzgeschichte die während der Olympischen Spiele 2012 spielt.

Ich schließe hier einfach mal von mir auf andere und behaupte: wer Neil Gaiman mag, dem dürfte Rivers of London ebenfalls gefallen. Sollte jemand Neil Gaiman noch nicht kennen, aber Rivers of London mögen, so möchte ich demjenigen unbedingt Neverwhere von Mr.Gaiman empfehlen, das dem Leser ebenfalls einen ganz anderen Blick auf London werfen läßt. Aber das ist eine andere andere Geschichte und soll ein anderes Mal besprochen werden… ;)

Wem es nach mehr Informationen zu den Büchern, sowie dem Autoren oder den Charakteren, dürstet, dem empfehle ich einen Besuch bei The Folly, der offiziellen Webseite der Reihe.

Mir gefiel Rivers of London so gut, daß ich mir nach dem Durchlesen gleich Band Zwei Moon over Soho zugelegt habe.

Abschließend noch der Hinweis, das das Buch auch auf Deutsch als Die Flüsse von London (erschienen bei dtv) erhältlich ist. Die Übersetzung ist von Christine Blum.

flattr this!

]]>
https://nurdertim.de/?feed=rss2&p=271 1
HMV – Hohe Monetäre Verluste https://nurdertim.de/?p=210 https://nurdertim.de/?p=210#comments Fri, 18 Jan 2013 14:54:55 +0000 der_tim https://nurdertim.de/?p=210 read more]]> Es gibt im Grunde genommen zwei Pflichtbesuche für mich wenn ich in London bin: zunächst einmal Forbidden Planet. Hier bekomme ich all das, wonach der Nerd in mir dürstet: primär Comics und Doctor Who-Zeugs.

Das zweite ist HMV, wo man (aus deutscher Sicht) relativ günstig DVDs und Blu-rays bekommen kann und diese teilweise sogar früher als sie bei uns auf den Markt kommen. Außerdem findet man hier immer obendrein das eine oder andere obskure Juwel, daß bei uns nur sehr schwer käuflich zu erwerben ist, wie z.B. eine der zahlreichen, tollen britischen Fensehserien.

Als ich nun lesen musste, das HMV in die Insolvenz muß war ich ziemlich erschrocken. HMV ist für mich eine britische Institution, und auch wenn jemand vielleicht mit dem Namen, der für His Master’s Voice steht, nichts anfangen kann, so kennen zumindest viele das Logo mit dem Hund, der, seinen Kopf leicht schräg haltend, in den Trichter eines Grammophons guckt.

92 Jahre hat dieses Unternehmen, das hauptsächlich CDs, DVDs, Blu-Rays, sowie PC- und Konsolenspiele, aber auch mittlerweile Bücher und jede Menge film- und musikbezogenes Merchandising verkauft, überstanden. Nun sind über 4 300 Arbeitsplätze in Gefahr.

Wie konnte es soweit kommen? Nun, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: der Umsatz (nicht nur für HMV) ist in den letzten Jahren rapide zurückgegangen, der Aktienwert dramatisch gesunken; und gerade das letztjährige Weihnachtsgeschäft ist bei HMV katastrophal ausgefallen.

Wenn man nach Argumenten sucht warum HMV gescheitert ist, taucht immer wieder das Wort Online-Käufe auf. Man kann sich natürlich fragen, ob das wirklich so stark ins Gewicht fällt, schließlich verfügt HMV ebenfalls über einen Online-Shop (der mittlerweile abgeschaltet ist), der auch immer wieder günstige Angebote hat. Hier spricht aber wohl vieles für die Bequemlichkeit des Menschen: wenn ich bei einem Konkurrenz-Anbieter verschiedene Waren gleichzeitig bestellen kann, warum soll ich dann auf mehrere Spezialisten-Shops ausweichen?

Das nächste Argument, das in eine ähnliche Kerne schlägt, sind Supermärkte wie z.B. ASDA, die ebenfalls Multimediawaren in ihrem Sortiment haben und dort teilweise mit Kampfpreisen auftrumpfen. Ein Konzern wie ASDA kann es sich eben erlauben aus Prinzip 1 GBP günstiger zu sein, als Mitbewerber.

Derzeit wird verzweifelt versucht das Geschäft anzukurbeln, in dem man einen 4 Wochen langen Schlußverkauf mit bis 25% Rabatt initiiert hat, ob es was bringt und vor allem das Unternehmen vor einem Verkauf, bzw. einer Übernahme rettet, ist aber wohl zu bezweifeln. Des weiteren ist zu befürchten, das mit dem Ende HMVs auch der Anfang vom Ende für Anbieter wie z.B. Game gemacht ist.

Nur eines ist gewiß: Der London-Besuch, der ohne ein stundenlanges Stöbern in den DVD/Blu-Ray-Regalen bei HMV auskommen muß, wird sehr traurig werden.

flattr this!

]]>
https://nurdertim.de/?feed=rss2&p=210 0