nurderTim » Heiko Westermann https://nurdertim.de Thu, 31 Oct 2013 13:06:31 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v= Die K-Antwort https://nurdertim.de/?p=580 https://nurdertim.de/?p=580#comments Tue, 09 Apr 2013 18:16:54 +0000 der_tim https://nurdertim.de/?p=580 read more]]> Seufz. Es war erst am Sonnabend, daß ich die K-Frage gestellt habe; jetzt, 3 Tage später, folgt mit reichlich Geschmäckle und schneller als erwartet die Antwort:

Warum ich vdV für ungeeignet halte, habe ich schon aufgeführt, aber ich scheine sie hier wohl teilweise nochmal wiederholen zu müssen:

Im Mitgliederbereich von hsv.tv sagt Fink, daß er auf Westermann zu gegangen ist, um vdV für die nächsten sechs Spiele zum Kapitän zu ernennen. Als Begründung gibt er an, daß “wir ein Zeichen setzen müssen”, das vdV ein Spieler ist “der ein breites Kreuz hat” und “eine Mannschaft führen kann, gerade auf dem Platz”. Außerdem erwähnt er in einem Nebensatz, daß vdV noch nicht die Leistung bringt, die von ihm erwartet wird.

Glaubt TF wirklich, daß das durch die Kapitänsbinde besser wird? Gibt er außerdem damit nicht zu, daß vdV derzeit eben KEIN Führungsspieler ist?

Auch die weiteren Erklärungen des Trainers muß man sich auf der Zunge zergehen lassen:

„Heiko ist ein hervorragender Spieler und vorbildlicher Profi. Ich denke aber, dass er es zurzeit nicht schafft, seine eigene Leistung aufrecht zu erhalten und sich noch um alle anderen Dinge zu kümmern“

Kann man so genauso auch über vdV sagen, der ja gerade sein Privatleben durch alle relevanten Medien verbreiten lässt. TF sagt zwar auch, daß ihn vdVs Privatleben nicht interessiert, ich denke aber schon, daß es in diesem Fall nicht unerheblich ist. Denn es kann mir doch niemand ernsthaft sagen, daß er gerade einen klaren Kopf hat und sich voll auf die Bundesliga konzentrieren kann?

„Ich musste ihn dazu nicht überreden“, (…) „Ich möchte ihn noch mehr in die Verantwortung bringen. Er muss auf dem Platz Vorbild sein und die Mannschaft führen“

Das vdV nicht nein sagt, wenn man ihn fragt ist ja wohl klar. Und die Mannschaft führen? vdV ist ganz groß darin sich feiern zu lassen, wenn alles super ist; aber wenn es mal nicht rund läuft sind es andere die in die Kurve gehen und sich trotzdem bei den Fans bedanken. vdV ist dann schon in der Kabine. Tolles Vorbild!

Interessant wäre es auch zu wissen, wie es zu diesem plötzlichen Sinneswandel kam. Wenn die Vorwürfe aus München stimmen (schlimm genug, das sowas öffentlich wurde!), hätte dann nicht schon gegen Freiburg ein neuer Kapitän auf dem Platz stehen müssen? Warum wurde eigentlich nichts getan, um die Vorwürfe zu entkräften (ich habe nichts dergleichen gelesen)?

Dies sind Sachen, die ich im Umgang mit Westermann und seiner Absetzung als reichlich beschämend finde. Bei allen Fehlern, die er auch gemacht hat, ist das doch reichlich respektlos. Die plötzliche Ernennung vdVs ist für mich nichts weiter als blinder Aktionismus eines Trainers der Angst um seinen Job hat. Denn bei allen Bekenntnissen des Vorstands, weiß doch jeder wie wenige diese Worte bedeuten, wenn sich während der nächste Spiele nichts ändert.

NUR DER HSV!

flattr this!

]]>
https://nurdertim.de/?feed=rss2&p=580 2
Die K-Frage https://nurdertim.de/?p=530 https://nurdertim.de/?p=530#comments Sat, 06 Apr 2013 12:11:54 +0000 der_tim https://nurdertim.de/?p=530 read more]]> Heiko Westermann wird, so pfeifen es alle Spatzen von den Dächern, spätestens zur nächsten Saison seine Kapitänsbinde an einen anderen Mannschaftskollegen geben. Er habe, so die kleinen Federfreunde, in der Halbzeitpause des München”spiels” die Mannschaft nicht mehr erreichen können, bzw. die Spieler hätten ihm nicht mehr zugehört.

Sprechen wir also mal ein wenig über Heiko Westermann und das Kapitänsamt.

Wie wird man eigentlich Kapitän?

Entweder die Mannschaft wählt einen aus ihrer Mitte oder der Trainer bestimmt den Kapitän (dazu unten mehr). Mein Eindruck ist allerdings, daß es in der Bundesliga eher Usus ist, daß der Trainer festlegt welcher Spieler die Binde bekommt.

Welche Rolle spielt der Kapitän beim Fußball?

Er ist das Sprachrohr der Mannschaft auf dem Platz: im Namen seiner Mannschaftskollegen begrüßt er zu Beginn des Spiels den Schiedsrichter und seine Assistenten, sowie den jeweiligen gegnerischen Kapitän. Sollte es bei speziellen Anlässen gewünscht sein, daß dem Publikum, z.B. eine Fair Play-Erklärung verkündet wird, so übernimmt dies ebenfalls der Kapitän. Bei der Seitenwahl bestimmt er, auf welches Tor zu erst gespielt werden soll. (Wobei es hier eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz ist, daß man zu erst immer auf die Gästekurve spielt. Ich habe es, glaube ich, nur ein oder zwei Mal erlebt das es anders war, weil sich der Gast so entschieden hat).

Des weiteren ist der Kapitän der Ansprechpartner des Schiedsrichters, genauso wie eigentlich der Mannschaftskapitän der einzige sein sollte, den Schiedsrichter anzusprechen, wenn es um Reklamationen geht – natürlich immer im Rahmen.

Außerdem dient der Kapitän dem Trainer als verlängerter Arm auf dem Platz. Taktische Änderungen die nicht auf Zuruf weitergegeben werden können, werden in der Regel an den Kapitän herangetragen, in dem der Trainer diesen kurz zu sich winkt und mit ihm spricht. Umgekehrt sollte ein Kapitän auch zwischen Mannschaft und Trainer vermitteln, also Ansprechpartner für seine Teamkollegen sein, wenn sie etwas nicht direkt an den Trainer weitergeben möchten.

Der Begriff Kapitän, oder etwas altmodischer Spielführer, deutet außerdem an, daß er die Mannschaft führen, also der oft zitierte Führungsspieler sein sollte. Wenn es nicht rund läuft, soll er der Motivator auf dem Platz sein und auch durch eigene Körpersprache und vor allem Taten zeigen, daß er den Kopf nicht in den Rasen steckt, sondern willens ist, eine Niederlage und dummes Gegentor wieder wett zu machen und das Steuer des Spiel wieder herumzureißen.

Wer sollte Kapitän sein?

Zunächst ein mal sollte er ein von der Mannschaft akzeptierter Spieler sein. Jemand den alle vertrauen und mit dem sie gerne sprechen. Es sollte jemand sein, der auch in hitzigen Momenten besonnen sein kann. Er muß die Mannschaft mit den richtigen Worten anspornen und bei zu viel Hektik beruhigen können. Der Kapitän sollte außerdem ein gutes taktisches Verständnis haben, um die Anweisungen des Trainers vom Spielfeldrand zu verstehen und korrekt wiedergeben zu können. Vor allem sollte der Spieler es nicht als Bürde sehen Mannschaftskapitän zu sein und das Amt auch gerne ausführen; denn es bringt schon einige Pflichten und auch ein gewisses Prestige mit sich.

Jedem Trainer, der den Kapitän bestimmt, sollte klar sein, daß er diesem damit quasi einen Stammplatz garantiert. Meiner Meinung sollte daher der Kapitän immer ein Spieler sein, der schon seine Qualität bewiesen hat. Es soll Trainer geben, die wenn sie neu zu einem Verein kommen, erstmal einen neuen Kapitän bestimmen oder neue Spieler damit ködern, daß sie ihnen das Kapitänsamt versprechen.

Dies ist natürlich sehr problematisch – ein neuer Spieler von dem man noch nicht weiß, wie er auf und neben dem Platz mit der Mannschaft harmoniert einem funktionierenden Mannschaftsgefüge vorzusetzen kann schnell zu Spannungen führen und Spieler sich vor Kopf gestoßen fühlen. Insbesondere dann, wenn der bisherige Mannschaftskapitän noch Teil des Teams ist. Es gibt Spieler, die sich in ihrem Ego dann sehr gekränkt fühlen, was sich dann natürlcih negativ auf ihre Leistung niederschlagen kann.

Heiko Westermann und die Kapitänsbinde

Als Heiko Westermann von Schalke 04 zu uns wechselte wurde er von Armin Veh, der ebenfalls ganz frisch bei uns anfing, sofort zum Kapitän ernannt. Zuvor hatte David Jarolim (SCHALALALALALAA) dieses Amt inne, nachdem vdV damals den HSV verlassen hatte.

Westermanns eigener Anspruch war es beim HSV zum Führungsspieler werden, etwas, daß ihm von Felix Magath vorgeworfen wurde noch nicht zu sein.

Wir haben also einen Spieler zum Kapitän bekommen, der sich selber noch nicht als Führungsspieler sieht, auch nicht unbedingt wieder Kapitän sein wollte (so interpretiere nicht nur ich sein Worte) und der offenbar auch nicht, wenn man seinem unmittelbaren Ex-Trainer glaubt, zu dieser Rolle taugt.

Westermanns erste Saison beim HSV war dann auch gleich sehr durchwachsen; es gab immer wieder größere Klöpse – besonders zu Beginn der Saison – die ihm schnell den Spitznamen WestermannMannMann einbrachten. Er hat sich dann während seiner nächsten Saison stabilisiert und auch wenn er die Klöpse nicht ganz abstellen konnte, so kommen sie mittlerweile eher selten vor (und ganz fehlerfrei spielen sowieso nur die wenigsten Spieler weltweit).

Aber ist er mittlerweile ein Führungsspieler geworden? Ich behaupte nein. Seine Körpersprache und Auftreten auf dem Platz wirken auf mich nicht so, als wäre er ein großer Antreiber. In Interviews ist er zu selten selbstkritisch und spricht von “wir” wenn er auch mal “ich” sagen müsste.

Haben wir überhaupt einen Führungsspieler in unseren Reihen? Schwierig. Die Antwort führt eher zur nächstgrößeren Frage:

Wer kommt als Nachfolger für Westermann in Frage?

Im Grunde genommen 3 Spieler: Adler, Aogo, vdV.

Adler: Rene Adler ist sehr intelligent – alles was er sagt ist sachlich analysiert und hat Hand und Fuß. Er weiß genau, wie er mit seinen Mitspielern auf dem Feld umzugehen hat. Wann er laut werden muß und wann eher ruhige Töne angemessen sind. Seine Leistung ist überzeugend und er spuckt keine großen Töne. Er ist vollkommen zu recht wieder Teil der Nationalmannschaft. Er bringt alles mit, was einen Führungsspieler ausmacht und ist wohl einer der wenigen (der einzige?) Spieler bei dem 100% der Fans sich einig sind, daß sie ihn mögen; auch außerhalb des HSV-Umfeldes ist er beliebt. Nur – er ist Torwart. Ich persönlich finde, daß der Kapitän ein Feldspieler sein sollte. Es ist zu schwierig bis fast unmöglich vom Torraum aus die Mannschaft zu führen und das Spiel voranzutreiben, wenn es denn mal gerade etwas unrund läuft.

Aogo: Dennis war lange Zeit sogenannter Vize-Kapitän und einer der herausragenden Spieler auf der linken Seite. Mittlerweile ist er neben Marcell Jansen der dienstälteste Spieler in unseren Reihen und ist für mich seit seiner Rückkehr ins Team (nachdem krankheitsbedingten Ausfall zu Beginn der Saison) einer der konstantesten Spieler. Seine Versetzung aus der Abwehr ins Mittelfeld war so nicht geplant und daher ein Zufallsprodukt, aber er blüht seit dem auf. Für ihn wäre es auch eine Belohnung für Vereinstreue, da er, obwohl gute und attraktive Angebote für ihn vorlagen, sich in einer schwierigen Saison die sich nur um die Verhinderung des Abstiegs drehte, zum HSV bekannte und seine Vertrag verlängert hat. Zu dem gehört er meiner Meinung nach auch zu den Spielern, die in der Lage sind selbstkritisch zu sein und Fehler zuzugeben.

vdV: Von seinen eigenen Ansprüchen her und den Erwartungen die man an ihn hat, sollte er ein Führungsspieler sein, ist es aber derzeit eher nicht. Er spielt weitestgehend unter seinen Möglichkeiten und oftmals zu egoistisch. Vielleicht wird das nächste Saison nach einer kompletten Saisonvorbereitung besser (ich hoffe). Außerdem steht ihm derzeit mit Sicherheit auch das Privatleben, das ja obendrein teilweise sehr öffentlich diskutiert und ausgetragen wird, im Weg. Vermutlich wäre es ihm hier hilfreich einen klaren Strich ziehen zu können, um das Thema abzuschließen. Jeder weiß wie Beziehungsprobleme (um es mal einigermaßen wertfrei zu formulieren) die Psyche belasten, und Otto Normalverbraucher muß das nicht noch zusätzlich nebenbei alles in der Boulevardpresse miterleben.

Dennoch wird er wohl höchstwahrscheinlich der nächste Kapitän werden. Ich persönlich halte ihn aber vom Charakter her für ungeeignet. Er stellt sich zu sehr in den Mittelpunkt und hat sein Temperament oftmals nicht unter Kontrolle. Durch die Verleihung der Kapitänsbinde, wird meiner Meinung nach dieses Verhalten auch noch von Trainerseite legitimiert.

Wie geht es weiter?

Man darf gespannt sein was passiert. Es steht ja auch immer noch die Möglichkeit im Raum, daß Westermann die Binde vorzeitig abgibt. Wenn irgendetwas an den Gerüchten, daß er das Team nicht habe erreichen können (was man normalerweise ja eher Trainern vorwirft) dran ist; wäre dies sogar wahrscheinlich. Doch welches Licht wirft das auf die Mannschaft, von der man ja eigentlich denkt und deren Außenwirkung danach aussieht, daß die Stimmung stimmt (s. auch oben)?

Andererseits sollte man die Ausnahmesituation mit 0:5 von den Bayern in die Halbzeit geprügelt worden zu sein auch nicht überbewerten, bzw. als Maßstab nehmen; denn was soll man da noch großartig in der Kabine sagen?

Die Aussicht in der neuen Saison einen neuen Kapitän zu haben, bedeutet auch die langsame Wachablösung Westermanns. Dadurch kann man ihn auch mal auf die Bank setzen und anderen Innenverteidiger spielen lassen, sei es welche die bereits im Verein sind oder welche die neu verpflichtet werden. Er ist mittlerweile 30 Jahre alt und hat Vertrag bis 2015. Man kann wohl davon ausgehen, daß dieser Vertrag nicht weiter verlängert wird und jemand anders ihn in auf lange Sicht in der Innenverteidgung ersetzen wird, wenn nicht sogar muß. Jemand wie z.B. Rajković, der viele gute Ansätze gezeigt hat und fünfeinhalb Jahre jünger als Westermann ist.

Puh. Viel Text. Vielen Dank, wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt :)

flattr this!

]]>
https://nurdertim.de/?feed=rss2&p=530 2